Blockhaus am Römerkanal

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Der Selfmade-Mann
im Selfmade-Blockhaus

„Seit der TV Serie „Bonanza“ träumte ich von einem eigenen Blockhaus.“, erzählt Matthias Meuthen. Jahrzehnte später steht er rundum zufrieden in seinem gut durchdachten, eigenhändig gebauten Blockhaus. Der Weg dorthin war lang, teils steinig, aber Matthias Meuthen hat einen noch längeren Atem. In den letzten 19 Jahren konzentrierte sich der ehemalige Bergmann auf den Aufbau einer deutschlandweiten Waschsalonkette mit heute 100 Filialen. Vor ein paar Jahren dann kam der Gedanke ein Eigenheim zu kaufen, aber in seiner Heimatstadt Köln gefiel ihm das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, und er wich auf das Kölner Umland aus. Der Traum vom Blockhaus nahm konkrete Gestalt an und wurde zum erreichbaren Ziel. Bald war auch ein passendes Grundstück zwischen Köln und Bonn gefunden mit gutem Autobahnanschluss, herrlicher Fernsicht und in der Nähe eines Naturschutzgebietes. Trotzdem musste Matthias Meuthen noch ganze zwei Jahre mit dem Baubeginn warten, da im Kölner Raum die Archäologen erst nach Römischen Funden suchen dürfen bevor gebaut wird. Unter seinem Grundstück verläuft eine alte römische Wasserleitung.

Viel Überzeugungskraft

Zudem musste er seine Frau Claudia davon überzeugen, dass ein modernes Blockhaus zeitgemäßen Komfort bietet. „Ich konnte mir das nicht vorstellen.“, sagt sie. „Ich dachte, das ist ja wie Leben in der Sauna.“ Der erste Besuch in einem nahe gelegenen Blockhaus der Firma Fullwood überzeugte sie sofort vom Gegenteil. Ein massiver Holzbau war Matthias Meuthen wichtig. Nach einer Werksführung und einer Baustellenbesichtigung bei anderen Fullwood-Kunden stand für ihn fest, dass er mit dem Wohnblockhausspezialisten bauen wollte. Zur Übung half er gleich beim Aufbau eines anderen Blockhauses mit. Und während der zweijährigen Wartezeit auf die Baufreigabe plante das Paar in jeder freien Minute sein Traumhaus. „Wir saßen jeden Abend in unserer Stammkneipe und haben an unseren Plänen gezeichnet.“ Doch auch die Baugenehmigung gestaltete sich langwieriger als gedacht, da die Bauämter ähnliche Vorstellungen vom Blockhaus hatten wie zuvor Claudia. Zwar reichte Matthias Meuthen den Bauantrag selbst ein, doch „durchgeboxt“ hat die Genehmigung der Ingenieur von Fullwood. „Der Architekt hat den Beamten auf die Finger geklopft, wenn es Probleme gab.“

Eigenleistung von Anfang an

Im Haus-Kaufvertrag war auf Wunsch des Bauherrn nur der Rohbau mit „Richtmeistermontage“ enthalten. Die Wandelemente werden im Werk exakt vorgefertigt: Aus dreifach verleimten Blockbohlen, mit Gewindestangen verspannt, entstehen setzungsfreie Elemente. Diese werden dann auf die Baustelle geliefert und vom Bauherrn unter der Regie des Richtmeisters und der Hilfe eines Krans selbst aufgebaut. „Bis auf das Dach habe ich alles alleine gemacht, auch den Innenausbau.“, berichtet Matthias Meuthen stolz. „Als der Estrich trocknete, fuhren wir erst mal drei Wochen in Urlaub.“ Um höhere Räume als üblich zu erzeugen, entschied er sich auf Anraten des Richtmeisters für zwei zusätzliche Balkenlagen. Eine Woche vor Auslieferung des Blockhauses strich der Hausherr zusammen mit einem Bekannten in anderthalb Tagen die Wandelemente mit einer offenporigen Nanobeschichtung an, die die Vergrauung des Holzes verhindert, aber die natürliche Holz-Optik sichtbar lässt. Für den Innenanstrich mischte er 30 Prozent weiße Farbpigmente dazu, um einer Nachdunkelung entgegenzuwirken.

Holzbau ohne Chemie

Laut Herstellerangaben muß er in fünf Jahren, dann nach weiteren sieben Jahren und das letzte Mal nach 14 Jahren nachstreichen. Zusammen mit dem optimal vorgetrockneten Holz und der fachgerechten Detail-Ausbildung (nach RAL-Güterichtlinien 402/1 und /2) kann damit auf einen gesundheitlich bedenklichen, chemischen Holzschutz verzichtet werden. Der Rohbau stand schon nach 4 Tagen („Der Richtmeister von Fullwood war einfach phantastisch!“) und nach weiteren 10 Monaten, in denen der Hausherr alles ohne Hilfe selbst ausgebaut und eingerichtet hat, zogen Claudia und er nur mit ein paar Koffern wie in ein Hotel ein. Jeden Arbeitsschritt hatte er zuvor genau im Kopf durchgespielt und vorbereitet, das Ausbaumaterial zuvor über viele Jahre besorgt und in den Kellern seiner Waschsalons eingelagert – säuberlich verpackt und beschriftet, von der edlen Einbauküche und der Dampfdusche über die Steckdosen bis hin zur elektrischen Zahnbürste! Sogar die komplette Heizungsanlage hat der Bauherr selbst montiert. „Die ist auch etwas Besonderes.“ Eine Gastherme, ein holzbefeuerter Kamin im Wohnzimmer mit Festbrennstoffkessel für Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung und eine Solaranlage auf dem Dach speisen einen Speicher, der für Heizung und Warmwasser sorgt. Das System ist von einem Hersteller perfekt aufeinander abgestimmt und kam auf 21 Paletten, in der richtigen Reihenfolge verpackt mit detaillierter Bauanleitung. „Da fehlte nicht eine Schraube.“, schwärmt Matthias Meuthen noch heute.

Angenehmes Wohnklima

Im Obergeschoss hat er die Dachschrägen mit weißen, zementgebundenen Holzfaserplatten (USB-Platten) über der Dämmung verkleidet. Einzelne Ständerbauwände unterteilen das Erdgeschoss und sind im Wohnbereich signalrot gestrichen. Ansonsten ist alles aus massivem Holz. „Unser Blockhaus hält die Wärme sehr gut, mit Kamin haben wir hier manchmal 27 Grad“, berichtet die Hausherrin. Als besonders überzeugend empfindet sie den Feuchtigkeitsausgleich des Holzes. „Wenn im Bad ein Schwall Dampf aus der Dampfdusche kommt, ist der sofort weg.“

Detailverliebt

Viele pfiffige Details und gut durchdachte Ideen finden sich im Blockhaus von Matthias Meuthen. Beispielsweise ist das Treppengeländer aus Edelstahl im engen Treppenhaus komplett demontierbar. Überall entschied sich der Hausherr für 100er Türen. Es gibt einen Stromhauptschalter, der einfach zu bedienen ist aber Alarmanlage, Kühlschrank und Gefrierschrank ausnimmt. An der Decke sind Steckdosen an verschiedenen Stellen angebracht, so dass Lampen flexibel umgehängt werden können. Die Böden sind mit Fliesen aus Feinsteinzeug bedeckt und im Wohn- Essbereich mit einem dunklen tropischen Hartholz belegt. Sein Brennholz ist geschickt entlang der Grundstücksgrenze zum Nachbarn gestapelt und überdacht und dient nicht nur als Zaun, sondern ist bei trockenem Wetter auch „die längste Kölsch-Theke des Ortes“, wie der Hausherr augenzwinkernd anmerkt. Und während er vor Jahren noch nicht kochen konnte und für jeden Tee mit Honig in ein Lokal ging, ist er heute stolz auf seine Profiküche mit Dampfgarer.
Einen chinesischen Koch wie in „Bonanza“ hat er aber nicht und lebt auch nicht mit Vater und Brüdern zusammen, wie die Filmfamilie. Claudia und er genießen lieber die traute Zweisamkeit in ihrem traumhaften Blockhaus.

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